Kommunikation drückt sich in vielen verschiedenen Facetten aus, mit Mimik, Gestik, Körpersprache,…
Gebärdensprache
Ich sehe die Gebärdensprache als Kommunikationsinstrument, sich zu äußern, Informationen zu erhalten und weiterzugeben, sich auszutauschen.
Wissenswertes / Weitere Informationen
Gebärdensprache hat einen Vorteil: Sie braucht keinen Ton. In manchen Situationen (wenn der Kontext klar ist) erfordert die Verständigung noch nicht einmal ein Mundbild.
Diese Vorteile werden in unterschiedlichen Alltagssituationen sichtbar: Informationen werden über größere Entfernungen verstanden. Kommunikation ist auch durch trennende Glasscheiben möglich. In Menschenmengen können andere Stimmen die Unterhaltung nicht unterbrechen. „Dazwischenreden“ oder „ins Wort fallen“ sind in Gebärdensprache nicht so einfach. Ein wenig Platz wäre gut, obwohl auch Gesten viel ausdrücken.
Für Hörende kann die Geräuschkulisse als störend empfunden werden. Während des Gebärdens kann man sich aber darauf einstellen. (Beim Dolmetschen sollte die Lautstärke passen).
Interessant bei den unterschiedlichen sprachlichen Ausdrucksformen ist: Beim Sprechen oder Signen fallen mir manchmal Vokabeln anderer Sprachen ein. Das kann schon mal verwirren, ist aber auch faszinierend. Denn es zeigt, dass trotz großer Unterschiede auch die Gebärdensprache über das Sprachzentrum des Gehirns läuft. Darüber gibt es weiter erstaunliche Parallelen: Auch Gebärden können wie Worte in unterschiedlichen Kontexten oder je nach Dialekt etwas anderes bedeuten.
Gebärdensprache ist eine offene Sprache. Auch andere können sehen, was gesagt wird. Wer in der Schule vor dem Lehrer tuscheln möchte, muss erfinderisch sein.
Wie kam ich zur Gebärdensprache?
Als ich vom Rheinland ins Ruhrgebiet nach Essen zog, wusste ich noch nicht, dass es in der Nähe eine Gehörlosenschule gab. Ich merkte es, weil regelmäßig einige Schüler*innen und Lehrpersonal gebärdend an meinen Fenster vorbeiliefen.
So dachte ich: „Wie interessant. Diese Sprache könnte ich doch bestimmt lernen.“
Was ich ab da auch tat. Vom ersten Kurs „nonverbale Kommunikation“ über DGS 1-4, dann zur 2-jährigen Ausbildung in Gebärdensprache weiter zu vielen Kursen, Seminaren, Vorbereitungskursen zur Prüfung, usw. und besonders, bekam ich den Kontakt zu Gehörlosen.
Nach der Ausbildung in Gebärdensprache konnte ich die Gebärdensprache bei Nachhilfeunterricht von Schüler*innen und Auszubildenden und später beim Gehörlosensport anwenden, und dann ging es weiter zur Taubblinden-Assistenz und Verdolmetschungen.
